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Diabetes Typ 1

Community

Diabetes BarCamp der BloodSugarLounge

Das Onlineportal BloodSugarLounge, für das ich auch schreibe, lud Mitte Oktober 2017 nach Frankfurt am Main zum ersten Diabetes BarCamp in Deutschland ein. Etwa 100 Teilnehmer konnten einen Tag lang in dem innovativen Tagungsformat über Diabetes und alles drum herum diskutieren. Die Community stand dabei besonders im Vordergrund. Nicht nur in den Sessions, sondern auch dazwischen tauschten sich Typ 1, 2 und 3 Diabetiker aller Altersgruppen fleißig aus. Berührungsängste gab es nicht.

 

Du bist das BarCamp! (Foto: KMT)

Was ist ein BarCamp?

Wo sind wir da eigentlich gelandet? Ein BarCamp ist ein innovatives Tagungskonzept, das auf Vorträge und Fachleute verzichtet. Alle Teilnehmer legen zusammen am Veranstaltungstag das Programm fest. Die Vorschläge kommen direkt aus der Runde und werden dann über eine Pinnwand in Form von Karten bestimmten Uhrzeiten und Räumen zugeteilt. Diese Pinnwand wird im Laufe des Tages zum kommunikatives Dreh- und Angelpunkt, da man immer wieder dorthin zurückkommen muss, um zu schauen, wohin es als nächstes geht. Natürlich gab es auch schlaue Füchse, die diese Pinnwand fotographierten.

Da Vorträge und Fachleute fehlen, entstehen lebendige Diskussionsgruppen in den Sessions. Es gibt keinen Experten, sondern nur Interessierte. Dieses Konzept führt dazu, dass sich meist auch ruhigere oder zurückhaltende Charakter beteiligen können. Gerade bei einem Thema wie Diabetes, was für viele eine hohe emotionale Komponente hat, ist ein BarCamp somit genau das richtige Format.

Interaktibe Planung der Sessions mit allen Teilnehmern (Foto: KMT)

Welche Themen gab es auf dem DiabetesBarCamp?

Du bist das BarCamp! – Das Motto war durch und durch Programm bzw. bestimmte dieses auch. 25 verschiedene Themen kamen aus den Reihen der versammelten Diabetiker. Diese reichten von Diskussionsrunden über ernste Themen wie Depressionen, Angststörungen und den Umgang mit Diabetes im Alltag, zu körperlichen Aspekten wie die Ernährung und die Problematik des weiblichen Zyklus‘ in der Diabetestherapie, bis hin zu Projekten wie einen neuen Diabetes-Song, ein Starter Video oder der Entwurf der Medaille des neuen Diaversery-Projektes.

Ich selbst habe die Sessions mit den Titeln „Dein eigenes Diabetes-Business“ „Diabetes und Müll“, „Briefe an mein vergangenes Ich“ und „FPE-App“ besucht.

Diskussionen auf Augenhöhe für jeden!

Die Sessions werden von demjenigen geleitet, der das Thema vorgeschlagen hat. Nach einer kurzen Einführung zu den persönlichen Gedanken und wie man auf dieses Thema kam, steigt man direkt in die Diskussion ein. Durch den fehlenden Fachvortrag hat man nie das Gefühl, dass da jemand ist, der alles weiß und man selbst würde ja so wenig wissen. Das bringt alle auf Augenhöhe und Diskussionen sind kein Problem. Der persönliche Erfahrungsaustausch wurde ungemein durch dieses Konzept gefördert. Wäre ich nicht schon vorher ein Fan von BarCamps gewesen, so hätte mich das erste Diabetes BarCamp spätestens überzeugt. Ich bin pro Jahr auf ca. 10-15 Tagungen unterschiedlichster Art. Noch nie habe ich so gute und bunte Diskussionen erlebt, wie auf dieser Veranstaltung.

Frida, meine liebste BarCamp-Teilnehmerin (Foto: KMT)

Meine Sessions

Dass ich bei „Diabetes und Müll“ war, ist nur logisch, denn dieses Thema beschäftigte mich den ganzen September hindurch und ich schrieb auch zwei Artikel dazu (siehe hier 1 und hier 2). Es war schön zu sehen, dass nicht nur mich dieses Thema beschäftigt und viele an eine Nachhaltigkeit der Diabetestherapie glauben.

Zukünftig würde ich gerne im Diabetesbereich arbeiten und durchdenke verschiedene Optionen und wie ich meine bisherige Ausbildung einsetze. Maren von www.mysugarcase.com hat uns in ihrer Session ihren Weg beschrieben. Auch wie sie ihren Ehemann um 3 Uhr nachts weckte, als sie endlich eine Namensidee für ihr Unternehmen hatte. Das hat mir persönlich sehr viel Mut gemacht und gezeigt, dass es mit viel Begeisterung machbar ist. Man muss nur elegant wieder das Gleichgewicht suchen, wenn man über einen Stein gestolpert ist. Diese Philosophie, die Maren vermittelt hat, war geradezu ansteckend.

Besonders berührt hat mich die Idee von Antje (Süß, Happy, Fit) eine Session zu veranstalten, die sich mit der Idee auseinandersetzte, dass man seinem vergangenen Ich einen Brief schreibt. Ich selbst bin eine große Briefeschreiberin und finde diesen Einfall sehr charmant, dass man sich selbst zum Beispiel für den Tag der Diagnose einen Brief schreibt und mitteilt, was man heute weiß. Für mich wäre es zum Beispiel die Information, dass ich hartnäckig bleiben solle, um gegen die Fehldiagnose als Typ 2 anzugehen (hier gibt es einen Artikel zu diesem Thema). Antje würde gerne ein Projekt daraus machen, die genaue Form steht noch nicht fest, aber ich bin davon überzeugt, dass viele Geschichten Diabetiker Mut machen können, wenn sie lesen, was sich andere selbst sagen würden. Oftmals wäre es vielleicht ein „Das wird schon! So blöde Phasen hat jeder!“

Verbesserungsvorschläge und Zukunft

Auch wenn ich sehr begeistert bin, muss ich doch sagen, dass die Location hätte bessern sein können. Räume, Aufteilung und Platz waren genügens da, aber der Mediencampus war mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut erreichbar und Parkplätze waren ebenso rar. Auch war das Mittagessen eine Katastrophe. Die Snacks und das Obst retteten die Teilnehmer jedoch. Ich hoffe, dass die BloodSugarLounge und der Kirchheim Verlag ebenfalls eine positive Bilanz ziehen und das es das erste von vielen BarCamps war.

Einsehr tolles Video vom BarCamp verdanken wir Kathi (Diabeteswelt), Basti (Diabetes ohne Grenzen) und Michi:

Erstes Diabetes-Barcamp in Frankfurt

Anmerkung:

Die Teilnahme am Diabetes BarCamp wurde mir durch den Kirchheim Verlag und durch die Übernahme der Reise- und Hotelkosten ermöglicht. Hiermit waren keinerlei Auflagen verbunden und meine Meinung über das DiabetesBarCamp wurde nicht beeinflusst.

Umwelt

Projekt: Diabetes – ein Umweltsünder?

Katheterwechsel (Foto: KMT)

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind die Themen unserer Zukunft und sollten eigentlich in unserer Gegenwart viel relevanter sein, damit wir überhaupt eine Zukunft haben. Aber mancher Müll lässt sich einfach nicht vermeiden. In letzter Zeit habe ich mich besonders innerhalb meines Haushalts damit beschäftigt. Dabei fiel mir auch auf, dass mein süßer Untermieter namens Diabetes auch ganz schön viel zur Abfallproduktion beiträgt. Ich fragte mich, wie viel da eigentlich zusammenkommt, ob ich mit meinem Diabetes vielleicht ein „Umweltsünder“ bin und wie dies bei anderen Therapieformen wohl aussehen mag.

Projekt: Müll sammeln

Ich überlegte mir, welche Blogger andere Pumpensysteme haben und stellte die ungewöhnliche Frage: Möchtet ihr mit mir Müll sammeln? Lisa (http://lisabetes.de/), Lea (http://www.insulea.de/) und Saskia (www.diafeelings.com) sagten sofort zu. Die Idee ist nun vier Wochen lang den Abfall zusammenzutragen, den unsere Pumpen so produzieren und zu schauen, welches System eigentlich ein Umweltsünder ist, welches hier glänzen kann und wo vielleicht auch unnötiger Müll entsteht, der zu vermeiden wäre.

Pumpenzubehör (Foto: KMT)

Entsorgungsvorschriften und Grenzen der Müllvermeidung

Aber eines muss man sich vorab bewusstmachen: Es gibt rund um medizinische Produkte und deren Entsorgung viele Vorschriften, die mal mehr, mal weniger Sinn machen. Nicht immer ist der Pumpen-Hersteller schuld an dem wachsenden Müllberg. Nadeln sind hierfür das beste Beispiel. Zum einen müssen sie separat verpackt sein, damit die Hygiene und eine höchstmögliche Keimfreiheit garantiert werden kann. Und auf die daraus entstehenden Abfallmengen kann man nicht verzichten, da sie dem Schutz des Patienten dienen. Zum anderen stich auch die Entsorgung von Nadeln hervor: Kartons gehören in den Papiermüll und der restliche Diabetesabfall kann über den Hausmüll entsorgt werden – die Mülltrennung ist optional. Nadel dürfen jedoch aufgrund der Verletzungsgefahr nicht einfach so in den Hausmüll und sollten eigentlich in einen separaten Behälter gesammelt werden.

Als ich in Italien gelebt habe, hielt ich mich sehr streng daran, da der Abfall auf der Straße in große offene Container kam, die oft von Menschen auf der Suche nach Essbarem durchwühlt wurde. Denen wollte ich auf keinen Fall zusätzlichen Schaden durch meine Nadeln zufügen. Mittlerweile nutze ich auch zu Hause die Schutzkappen, die meinen Kathetern für die Nadeln beigegeben sind.

Umweltsünder identifizieren!

Aber welcher Müll ist nun vermeidbar? Was kann ein Diabetiker für die Umwelt machen? Vier Pumpen sind vertreten: Lea nutzt den OmniPod, Lisa die die Pumpe Medtronic MiniMed 640G und Saskia hat sich vor kurzem das neuste Modell auf dem Markt, die Ypsopump, zugelegt. Meine Accu Chek Combo ist die älteste in der Runde – nicht nur als Modell, sondern auch generell. Meine Pumpe ging am 12. Mai 2009 in Betrieb und läuft seither zuverlässig. Es gehört für mich schon zum Umweltschutz dazu, nicht sofort ein funktionierendes Gerät auszutauschen. Aber gehen wir erst einmal an den Anfang zurück, denn der war beeindruckend müllastig.

Accu Chek Combo sicher verpackt

Ich bekam meine Pumpe und das dazugehörige Messgerät in zwei riesigen Kartons (siehe Bild) ausgehändigt, die zuvor in einem Paket an meine Schwerpunktpraxis geschickt wurden. In diesen Kartons waren Schaumstoffpolsterungen, Info-Hefte, Bedienungsanleitungen und die Geräte. Ein ganz schön ordentlicher Haufen. Schon damals dachte ich, dass das etwas übertrieben ist und mir kam das Wort „Umweltsünder“ in den Sinn. Seither erhalte ich einmal im Quartal eine Kiste voll mit Pumpenzubehör von DiaExpert.

Accu Chek Combo (Foto: KMT)

Was verbrauche ich?

Aber nicht nur die Pumpe verbraucht mit ihren Kathetern, dem Schlauch, Batterien und Ampullen allerhand. Hizu kommen auch die Insulin-Flaschen, das Messsystem FreeStyle Libre, ein Paar teststreifen und gerne auch mal Schkaladenverpackungen in denen meine „Medizin“ gegen Unterzuckerungen enthalten war. Es ist alles mit dabei: Papier, Plastik, Glas, medizinischer Müll und anderer Sondermüll. In unserem Projekt fokussieren wir uns auf die Pumpen und erfassen genau, was unsere Therapieform an Abfall innerhalb von vier Wochen abwirft. Aber auch der andere Diabetesmüll wird mit auf die Waage gelegt. Auf Facebook und Instagram könnt ihr den wachsenden Berg beobachten und meine Erfahrungen mit diesem Thema miterleben. Unter #greendiabetics könnt ihr uns auch die Müllproduktion von eurem Diabetes zeigen.

Die Artikel von Lea, Lisa und Sassi geben weitere interessante Einblicke in dieses Thema.

Auf geht’s!

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