Allgemein

Die Diabetes-Community

Seit 2013 bin ich Teil der Diabetes-Community und organisiere für das Ruhrgebiet in einem zweimonatigen Rhythmus Treffen für und mit Diabetikern. Die Idee entstand als ich neu in meiner Stadt war und nicht wirklich Anschluss fand, da ich außer dem Arbeitsplatz nicht viel zu sehen bekam. Für mich ist es eine positive Seite meines Typ 1-Diabetes, dass ich immer Menschen mit dieser Gemeinsamkeit finden kann und man auch sofort ein Gesprächsthema hat. Mittlerweile bin ich im Ruhrgebiet wieder zu Hause, möchte aber die Möglichkeit des Austausches, des Networkings und der gemeinsamen Abende an andere Diabetiker weitergeben. Das „Wir-Gefühl“!

Welt-Diabetestag in Köln

Mein erstes Mal

Nachdem die Pubertät überwunden war, habe ich mir einen guten Diabetologen gesucht und bin die Sache angegangen. Kurz darauf habe ich mich in meiner damaligen Uni-Stadt zu einem Diabetiker-Stammtisch getraut. Es ist ein Blind Date und man ist vorher genauso nervös, weil man nicht weiß, was einen erwartet. Ich traf auf vier andere Typ 1erd. Mutig erzählte ich bei meinem ersten Diabetiker-Treffen den anderen, mir vollkommen unbekannten Menschen von meinen Problemen in der Pubertät. Kritik, Schimpfe oder andere harte Worte, dass war das, was ich erwartete. Doch was bekam ich? Alle sagten dasselbe: „Das kenne ich auch!“

Community und Akzeptanz

Ein wichtiger Schritt zur Akzeptanz einer chronischen Erkrankung ist die Auseinandersetzung mit dieser. Darüber reden ist für viele der einfachste und beste Weg. Auf den Treffen, die ich im Ruhrgebiet organisiere, erlebe ich immer wieder den Community-Effekt. Hat man sich erst einmal überwunden und sieht, dass man nicht alleine ist, tauen alle sofort auf. Sich nicht alleine mit einer Erkrankung zu fühlen ist ein sehr wichtiger Schritt hin zur Akzeptanz und zu einem besseren Umgang. Hiermit beschäftigen sich immer wieder psychologische Studien zu dem Umgang mit chronischen Erkrankungen. Aber es nützt eben nichts, wenn man die Anderen beim Diabetologen im Wartezimmer sieht. Man muss auch mit ihnen ins Gespräch kommen.

„Darf ich mal mit Deiner Pumpe spielen?“

Die Treffen mit anderen Diabetikern haben viele Vorteile. Man kann sich das Spielzeug der Anderen ansehen, es anfassen und viele Fragen zum alltäglichem Gebrauch stellen. Bessere Informationen kann man eigentlich nicht erhalten. Jetzt wird es frivol: Ich spiele gerne an der Pumpe von Marcel (iShinne-Diabetes). Ich habe Marcel durch die Community kennengelernt und da er der Techniker ist, kann man immer wieder die neusten Geräte bei ihm finden und ausprobieren. Bei den vielen Neuerungen im Bereich der Diabetes-Behandlung ist es ein Segen, dass man die Sachen vorab mal selber in die Hand nehmen und den Besitzern Fragen stellen kann.

Freundschaften entstehen

Neben Austausch, Akzeptanz und Community gibt es auch andere Nebeneffekte. Manchmal trifft man auf ganz besondere Menschen, wie eben Marcel oder Saskia (Diafeelings). Beide haben mich auch zum Bloggen überredet – besonders Saskia war hartnäckig. Obwohl wir aus derselben Stadt kommen und unsere Elternhäuser nicht einmal 2,5 km auseinander liegen, hätten Saskia und ich uns vermutlich ohne den Diabetes nie kennengelernt. Erst heute morgen haben wir zwei Stunden telefoniert und Blutzuckerwerte diskutiert. Es ist unbezahlbar jemanden zu haben, den man in einer diabetischen Krise anrufen kann.

 

Auf das erste Diabetes-Ruhrpott-Pärchen warten wir allerdings noch.

Auch aus dem Ruhrgebiet? Dann schau doch mal in unserer Facebook-Gruppe „Diabetes Typ 1 – Ruhrpott“ oder bei einem Treffen vorbei.

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